Asana des Monats: Ardha Matsyendrasana

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Ardha Matsyendrasana – Der Drehsitz oder Halber Herr der Fische Pose

Sanskrit: Ardha – halb, Matsyendra – König der Fische, Asana – Pose

Ardha Matsyendrasana ist eine Drehpose, die häufig nach einer Serie von Vorwärts- und Rückbeugen praktiziert wird. Diese Pose ist nach dem Fisch benannt, der so glücklich war, ein Gespräch zwischen Shiva und Parvati mitzuhören und dadurch die Geheimnisse des Yoga erlernte. Mehr zu dieser Geschichte kannst du am Ende dieses Beitrags lesen. Widmen wir uns nun aber der Pose.

 

  • Level: Anfänger
  • Dauer: starte mit 20 Sekunden und steigere dich langsam bis 1-2 Minuten pro Seite
  • Wiederholung: ein Mal pro Seite
  • Dehnt: Hüften, Schultern, Nacken
  • Stärkt: Wirbelsäule, Verdauungstrakt, Reproduktionssystem, Harnsystem
  • Chakra: Ajna Chakra (Stirn Chakra)

Vorteile von Ardha Matsyendrasana

♥ Dehnt gleichzeitig die Muskeln auf einer Seite des Bauches und Rückens, während die andere Seite zusammengezogen wird

♥ Stärkt die Nerven in der Wirbelsäule

♥ Macht die Rückenmuskulatur geschmeidig

♥ Löst Hexenschuss

♥ Massiert die inneren Organe

♥ Hilft bei Verdauungsproblemen

♥ Reguliert die Ausschüttung der Adrenal Drüsen (Nebennieren), der Leber und der Bauchspeicheldrüse

♥ Stärkt die Nieren

 

Kontraindikationen von Ardha Matsyendrasana

♦ Schwangerschaft

♦ Magengeschwüre

♦ Hernie

♦ Schilddrüsenüberfunktion

♦ Bandscheibenvorfall

♦ Ischias-Schmerzen

 

Anleitung für Ardha Matsyendrasana

  1. Sitze mit ausgesteckten Beinen. Die Wirbelsäule ist aufrecht und deine Füße sind nebeneinander platziert.
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    Fortgeschrittenen Variation von Ardha Matsyendrasana
  2. Winkle nun ein linkes Bein ab und bringe deinen linken Fußknöchel neben deine rechte Hüfte.
  3. Bringe nun rechtes Bein über dein linkes Knie und platziere deinen rechten Fuß neben deinem linken Oberschenkel.
  4. Atme ein und bringe deine Arme über deinem Kopf in Anjali Mudra (Gebetshaltung).
  5. Atme aus und drehe dabei deinen Oberkörper auf die rechte Seite und bringe deine Hände in Anjali Mudra vor deine Brust. Deine Wirbelsäule bleibt die ganze Zeit aufrecht und gerade. Dein linker Ellbogen und dein rechtes Knie können sich berühren und als Dehnhilfe dienen.
  6. Atme tief und langsam. Beim Einatmen verlängerst du die Wirbelsäule nach oben. Beim Ausatmen kannst du die Dehnung noch etwas intensivieren. Halte diese Pose zu Beginn für etwa 20 Sekunden und steigere dich langsam bis zu 2 Minuten. (Die fortgeschrittenen Variante siehst du rechts im Foto.)
  7. Die Wirbelsäule ist sehr sensibel. Du solltest dich wohl fühlen und nicht überdehnen.
  8. Um aus der Pose auszusteigen, atmest du ein und hebst deine Hände immer noch im Anjali-Mudra über deinen Kopf und richtest gleichzeitig deinen Oberkörper wieder nach vorne aus. Ausatmen und du bringst die Hände wieder vor die Brust. Löse nun deine Beine.
  9. Wiederhole die Pose auf der linken Seite.

 

Wissenschaft hinter Ardha Matsyendrasana

Ardha Matsyendrasana entspannt und befreit die Wirbelsäule von jeglichem Unwohlsein nach einer Serie von Vorfährst- und Rückbeugen. Zudem hält diese Pose eine Bandbreite von Vorteilen für dich bereit. Lass sich daher nicht von der Einfachheit täuschen. Es ist einfach in die Pose zu kommen, das wahre Wunder liegt jedoch in der Dehnung. Folglich ist Ardha Matsyendrasana ein wahrer Jungbrunnen für die Bandscheiben, das Verdauungssystem und Rückenmuskulatur.

 

Der heilige Fisch Matsyendranath

Wie schon zu Beginn erwähnt, ist diese Pose dem Fisch gewiardha_matsyendrasana3_yogtempledmet, der durch einen Zufall in die Wissenschaft des Yoga eingeweiht wurde. Nach 10.000 Jahren Mediationen auf dem Berg Kailash entdeckte Shiva den ‚Schlüssel zum Universum‘, er entdeckte Yoga. Anschließend kam er vom Berg und saß mit seiner Gefährtin Parvati an einem Fluss (manche Variationen sprechen auch von einem Boot am Meer). Er erzählte ihr von den Methoden des Yogas, die er gerade entdeckt hatte. Da es ein sehr langer Vortrag war, nickte Parvati nach einer Weile ein. Jedoch bemerkte Shiva dann, dass ein Fisch ihm gespannt zuhörte.

(In manchen Variationen wird auch davon gesprochen, dass Matsyendranath eigentlich ein Baby war, das vom Fisch verschluckt wurde und in dessen Bauch für 12 Jahre lebte bevor er Shiva traf und anschließend 12 weitere Jahre Yoga in dessen Bauch übte und dann als erleuchteter Yogameister wiedergeborten wurde.) Der Fisch namens Matsya bat Shiva daraufhin die Methoden noch einmal von Beginn an zu erläutern. So kam es, dass Shiva sein Wissen an den Fisch Matsya weitergab. Unter anderem beschrieb er auch 84 Yoga-Asanas. Daraufhin segnete Shiva den Fisch mit dem Namen Matsyendranath (Sanskrit: Matsya – Fisch, Indra – adeliger Herr) und gab ihm die Aufgabe, Hatha Yoga an andere weiterzugeben. Hinduistische wie auch buddhistische Texte erzählen von einem Yogi und Heiligen namens Matsyendranath, der im 10. Jahrhundert gelebt hat und als Vater des Hatha Yoga bezeichnet wird.

Achtung: Yoganeulinge sollten alle Yoga Praktiken zuerst von einem kompetenten Lehrer lernen und erst dann alleine praktizieren.

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